Schwarzenberg e.V.
Haus Schwarzenberg – so heißt seit nunmehr über 15 Jahren das Haus, das sich nicht nur äußerlich frappant von den übrigen, glatt sanierten Gebäuden rund um den Hackeschen Markt unterscheidet. Namensgeber ist der eingetragene gemeinnützige Verein Schwarzenberg e.V., der sich der Förderung junger unabhängiger Kunst verschrieben hat. Ganz in diesem Sinne betreibt er auf stolzen 300 m² die Neurotitan Galerie im 1. OG des Hinterhauses und den angegliederten Artshop. Die Bereitstellung günstiger Mietflächen im Haus für Kreative, Agenturen und kleine Gewerbe treibende ist weiterer Bestandteil der Vereinsarbeit. Dabei agiert Schwarzenberg e.V. wirtschaftlich autark und finanziert sich allein aus selbst erwirtschafteten Mitteln, Spenden und Mitgliedsbeiträgen.
Die Werte
Die aktiven Vereinsmitglieder arbeiten dafür, einen gewachsenen Ort der Kunst, der Kultur und der Zivilcourage, an dem kreative und engagierte Menschen aus aller Welt zusammen kommen, mit immer neuem Leben zu füllen. Auch wenn man sich mancherorts im Haus in die 90er zurückversetzt fühlen mag, richtet der Verein den ästhetischen Blick vor allem in die Gegenwart und Zukunft. Davon zeugen Ausstellungen wie Belio X oder den argentinischen Street Art Kollektiven FASE und DOMA (beides 2009). Durch die aktive Vernetzung mit avantgardistischen Künstlerkollektiven aus aller Welt setzt sich Schwarzenberg e.V. für interkulturelle Verständigung, Toleranz und ein produktives Miteinander im Hier und Jetzt ein. Freiheit und Kreativität, Offenheit und Vielfalt – für diese zeitlosen Werte steht der Verein – und versucht damit der bewegten Geschichte des Hauses so gerecht wie möglich zu werden. Auch die Mieter sind ein wichtiger Teil des Vereins und werden als solcher verstanden. Nicht zuletzt durch sie ist Haus Schwarzenberg zu dem einzigartigen kulturellen Mikrokosmos gewachsen, als der er heute die unterschiedlichsten Menschen aus aller Welt anzieht. Die Agenturen und Ateliers, die Galerien, Club und Kaschemme, sowie das preisgekrönte Programmkino Central nebst allen, die dazugehören sind wichtige Bestandteile eines großen Ganzen. Soziale Verantwortung spielt in diesem Zusammenhang naturgemäß für den Verein auch eine Rolle. Indem der Schwarzenberg e.V. seinen Mietern günstigen Raum zur Verfügung stellt, sichert er zahlreiche Arbeitsplätze. Derzeit sind es über 70 Menschen, die hier arbeiten. Sie kommen u.a. aus Israel, Deutschland, Australien, Japan, Italien, Iran und Kanada.
Die Anfänge
Nach der Wende stand das heutige Haus Schwarzenberg leer und war schon zu DDR Zeiten dem Verfall Preis gegeben. 1995 wurden die ehemals in Kreuzberg ansässigen Dead Chickens hier heimisch. Ihre monströsen Kreaturen prägen noch immer das Bild der hinteren Höfe und des Eschschloraques. Zusammen mit einigen weiteren Kunst-und Kulturschaffenden gründeten sie den Verein Schwarzenberg e.V., erschlossen das Haus und brachten es in einen nutzbaren Zustand. Sie mieteten das Haus damals von der WBM, erneuerten Deckenbalken, befreiten Wände von Schimmel und retteten damit den gesamten Seitenflügel vor dem Einsturz. Zunächst gab es nur Jahresverträge mit der WBM. Die Mieten waren günstig, dafür kamen an Arbeitsstunden und Materialkosten rund eine Millionen Euro zusammen, die der Verein in das Haus investierte. Bis heute hat der Verein keinerlei öffentliche Gelder zur Förderung seiner Projekte in Anspruch genommen.
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