Der Name

Rechts und links von privaten Investoren bedroht rief der Verein 1995 die freie Republik Schwarzenberg aus und bezog sich damit auf den Roman „Schwarzenberg“ von Stefan Heym (1984), der die Geschehnisse des Landkreises im Erzgebirges zum Ende des zweiten Weltkrieges in einem territorialen Machtvakuum zwischen Russen und Amerikanern schildert. Es ist ein Zufall, dem jener Landkreis 1945 seine Existenz verdankt: Die Amerikaner werfen eine Münze um in einer unklaren Situation zu entscheiden wie weit sie vorrücken. Sie bleiben schließlich an der westlichen Grenze des Landkreises stehen, während die Sowjets vor der östlichen Grenze Halt machen. Der Schwarzenberger Jude und Antifaschist Max Wolfram sammelt in dieser Situation Gleichgesinnte um sich und gründet einen Aktionsausschuss, der provisorisch die Verwaltung übernimmt. Hier mischen sich im Roman Realität und Fiktion: Besetzungslage, antifaschistischer Aktionsausschuss sowie 42 Tage der Selbstverwaltung sind historische Tatsachen, die Figuren des Romans hat Stefan Heym frei erfunden.

Neben Parallelen in der Machtkonstellation fühlen sich die Berliner Schwarzenberger den Romanprotagonisten auch in Punkto Idealismus verbunden. Auch sie haben eine Vision, die sie in „Auseinandersetzung mit den realen Verhältnissen“ verwirklichen und am Leben erhalten wollen. Bei Heym scheitert das Vorhaben, eine sozialistische Basisdemokratie im Sinne Rosa Luxemburgs zu etablieren, an den realen Verhältnissen. Die Mitglieder des Aktionsausschusses betrachten das Vorhaben rückblickend als Utopie. Schwarzenberg e.V. will seinen Vereinszweck demgegenüber nicht als Utopie verstanden wissen. Vielmehr versucht der Verein sich dafür ein, die realen Verhältnisse so zu gestalten, dass Schwarzenberg bleibt – als einer der letzten Freiräume für marktunabhängige Kunst und Kultur in Berlin Mitte.

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