Haus Schwarzenberg
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Haus Schwarzenberg Hinterhof

Haus Schwarzenberg
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KurzinfoDas ViertelLageplanDie Mieter

Der eingetragene gemeinnützige Verein Schwarzenberg verwaltet und bewirtschaftet seit acht Jahren das Haus Schwarzenberg in wirtschaftlicher Eigenständigkeit, ohne Subventionen oder Förderung der öffentlichen Hand. Das »Kino Central«, der Dead-Chickens-Club »Eschschloraque«, der Platten- und Comicladen »Galerie Neurotitan« und das Videoatelier »SNIPER« sind unter den vielen Einrichtungen im Haus sicher die bekannteren, ebenso das »Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt« und das »Anne Frank Zentrum«. Zweck des Vereins, der selbst eher im Hintergrund steht, wo er durch die unermüdliche Arbeit seiner aktiven Mitglieder Charakter und Charme der Gebäude erhält und den Mieter ein in jeder Hinsicht günstiges Umfeld bietet, ist insbesonders Schaffung und Erhalt marktunabhängiger Arbeitsplätze und Präsentationsmöglichkeiten in der Kulturproduktion.

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Fassade im Hinterhof

Haus Schwarzenberg –
Ein Fenster in die Geschichte Berlins
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Die Spandauer Vorstadt ist der einzige Teil Berlins, der in seiner historisch gewachsenen Struktur erhalten ist. Seit 1990 ist dieses Viertel einziges Flächendenkmal Berlins, dessen zentrale Nord-Süd Achse die Rosenthaler Straße ist. Dort steht ein unsaniertes Haus: Rosenthaler Straße 39, das »Haus Schwarzenberg«. Was die Gegend östlich und westlich der Rosenthaler Straße charakterisiert und zu einem interessanten und unverwechselbaren Areal inmitten der Großstadt macht – kleinteilige Parzellierung, enge Straßenzüge, unregelmäßige Grundstücke und verwinkelte Höfe – das alles findet sich in der Bebauung des Grundstücks Rosenthaler Straße 39 wieder. Vom viergeschossigen Vorderhaus führt eine schmale Durchfahrt an einem langgestreckten Quergebäude entlang auf ein erstaunlich großzügiges Fabrikgebäude zu in einen engen Hof, von dem aus ein dritter Hinterhof sowie weitere Gebäudeteile des Anwesens zugänglich sind. Das für die Spandauer Vorstadt typische Nebeneinander von Wohnhäusern und dichter Gewerbeüberbauung der Parzellen ist in der Nutzung der Rosenthaler Straße 39 durch den Verein Schwarzenberg erhalten geblieben. Im Haus Schwarzenberg bildet sich die ältere und jüngste Geschichte des Viertels allerdings nicht nur ab, sondern wird in einem lebendigen Zusammenhang erfahrbar: die Vertreibung und Ausrottung der europäischen Juden zwischen 1933 und 1945; die Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands.

Im Krieg teilweise zerstört, wurde das Gebiet westlich und östlich der Rosenthaler Straße zu DDR-Zeiten vernachlässigt und letztlich sich selbst überlassen. Dass das Haus heute wieder in all seinen Teilen bewirtschaftet sowie als Kultur- und Freizeitstätte genutzt werden kann, ist in erster Linie der Initiative und Arbeit der Mitglieder und Mieter des Vereins geschuldet, die in ungezählten Arbeitsstunden und mit einem Eigenkapital von einer Million Euro nicht nur das einsturzgefährdete Quergebäude retteten, sondern auch gleich noch das letzte in Europa erhaltene Versteck, in dem sich Juden vor der Verfolgung durch das Nazi-Regime verbargen. Dieser Gebäudeteil ist heute, nachdem eine Erschließung durch den Verein Schwarzenberg initiiert wurde, eine Dependance des Jüdischen Museums zu Berlin: das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt.

Das Überleben des überaus erfolgreichen Projektes »Haus Schwarzenberg« ist nicht nur deshalb wichtig, weil hier der eigentümliche Charakter und Charme des Viertels lebendig geblieben ist, sondern auch, weil eine Stadt wie Berlin auf solche Nischen nicht verzichten kann: hier entsteht und wächst schöpferisches Potential, das die Attraktivität und letztlich auch die Wettbewerbsfähigkeit dieser Stadt ausmacht.

Zudem ist hier prinzipiell ein funktionierendes integratives Modell für wirtschaftlich effektives Kulturmanagement geschaffen worden. Die vom Verein realisierte Mischnutzung aus Gewerbe, selbstständigen Künstlern und Non-Profit-Einrichtungen stellt gesamtumfänglich sehr gut das Äquivalent eines mittelständischen Unternehmens dar.

Der Umstrukturierungsdruck in der Spandauer Vorstadt hat zu einer gänzlich einseitigen Nutzung und Veränderung der sozialen Struktur geführt. Um diesem Prozess entgegenzuwirken, gilt es, das Haus Schwarzenberg in der Rosenthaler Straße 39 mit seiner lebendigen und heterogenen Nutzung zu erhalten.

Im Haus Schwarzenberg wird in einem lebendigen Zusammenhang deutsche Geschichte erfahrbar.

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