Haus Schwarzenberg
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Robin Rudolph Plakat

Häufige Fragen und Antworten
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  1. Was ist Haus Schwarzenberg?
  2. Wie funktioniert das? Was ist der Verein Schwarzenberg?
  3. Wer ist Haus Schwarzenberg? Wer sind die Mieter?
  4. Woher kommt der Name?
  5. Seit wann gibt es das Haus Schwarzenberg?
  6. Was unterscheidet den Verein Schwarzenberg von einer normalen Hausverwaltung?
  7. Was soll verhindert werden?
  8. Was soll erreicht werden?
  9. Wer sind die Eigentümer des Grundstücks?
    Weshalb kommt es zu einer Zwangsersteigerung?
  10. Was sind die Pläne für eine Sanierung?
    Weshalb soll die Fassade erhalten bleiben?
  11. Fazit

1. Was ist Haus Schwarzenberg?
Ein Ort der Geschichte, Kultur und Kunst.

Im Haus Schwarzenberg haben sich seit 1995 etwa zwei Dutzend unterschiedliche Einrichtungen angesiedelt – vom Künstleratelier zum Programmkino, von der Gedenkstätte zum Zentrum für Jugendarbeit, von der Bar zum Netart-Projekt. Dazu kommen Gewerbebetriebe. Diese Infrastruktur ist aus verschiedenen Gründen einzigartig.

2. Wie funktioniert das? Was ist der Verein Schwarzenberg?
Das Haus Schwarzenberg wird verwaltet vom Verein Schwarzenberg, der als eingetragener gemeinnütziger Verein Hauptmieter und verantwortlich für das Konzept und die Bereitstellung einer tragfähigen Struktur ist.

Der Verein arbeitet seit seiner Gründung kostendeckend und wirtschaftlich unabhängig, d.h. er erhält keine Subventionen oder sonstige Förderung.

Der Verein verwaltet nicht nur, sondern ist auch direkt kaufmännisch involviert. Shop und Galerie »Neurotitan« sind als Plattformen auf Kunst- und Kulturmarketing für Künstler und Produzenten abseits des Mainstreams ausgerichtet.

Haus Schwarzenberg ist prinzipiell ein funktionierendes integratives Modell für wirtschaftlich effektives Kulturmanagement.

Die vom Verein realisierte Mischnutzung aus Gewerbe, selbstständigen Künstlern und Non-Profit-Einrichtungen stellt gesamtumfänglich sehr gut das Äquivalent eines mittelständischen Unternehmens dar.

3. Wer ist Haus Schwarzenberg? Wer sind die Mieter?
Ateliers:
Hannes Heiner, Henryk Weiffenbach, Laura Kikauka/Funny Farm, GUANXY, Lisa Smith, Sandra Becker 01, SNIPER – Atelier Etiel/Dubel, Stefano Kollibay/aboutaboat.

Unternehmen:
Agentur einsnull, amSTARt, art.directions, Café Cinema, DC Digital Cut GmbH, Dead Chickens Monsterkabinett, Eschschloraque, Rümschrümp, FAM Frauen-Apotheken-Magazin, flush.tv/Tarik Satti, Herb Modeatelier, ILL Galleries/Büro Superclub, interpool.tv filmproduktion, Kino Central, Kleingeld Promotion, Pushen, Lumica Design Solutions, MEDIA CREW MITTE, Murata & Friends, medienbuero mitte, Neurotitan Galerie & Shop, Skin | Speech, Splatter Promotion, STOKX Modeatelier, UM WELT FILM Produktionsgesellschaft, Urban Speed Modeatelier

Non-Profit:
Anne Frank Zentrum, Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, Archiv Otto Eglau, Schwarzenberg e.V., THE THING

4. Woher kommt der Name?
Der Name des Hauses und des Vereins geht zurück auf die Stadt und den Landkreis Schwarzenberg im Erzgebirge. Die merkwürdige und allgemein in Vergessenheit geratene Geschichte dieses Gebietes am Ende des Zweiten Weltkrieges ist in dem Roman gleichen Titels von Stefan Heym überliefert: Aufgrund eines Missverständnisses rückten die alliierten Truppen von West und Ost nur bis an die Grenzen Schwarzenbergs vor, und das Gebiet blieb für einen beträchtlichen Zeitraum unbesetzt, in dem es durch ein Komittee aus Sozialdemokraten, Kommunisten und parteilosen KZ-Überlebenden selbst verwaltet und entnazifiziert wurde.

5. Seit wann gibt es das Haus Schwarzenberg?
Der Verein Schwarzenberg wurde 1995 gegründet. Im selben Jahr wurden die ersten Räume bezogen.

6. Was unterscheidet den Verein Schwarzenberg von einer normalen Hausverwaltung?
Der Verein hat in den Jahren seines Bestehens den historischen Seitenflügel vor dem Zusammenfall bewahrt und aus Eigenmittel (circa 1 Million Euro) saniert. Damit wurden unter anderem die authentischen Räume der jetztigen Gedenkstätte Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt vor dem Verschwinden bewahrt.

Schwarzenberg e.V. ist gemeinnützig insofern, dass der Verein nicht an einer konventionellen Profitmaximierung interessiert ist, sondern an kostengünstiger Bereitstellung von Räumen zur Kulturproduktion.

Das Haus hat als Alleinstellungsmerkmal die Kombination von Geschichte, Kultur und Kunst aufzuweisen wie kein anderes Haus. Das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt stellt den einzigen Ort dar, in dem der Zivilcourage von Otto Weidt während des Nationalsozialismus Respekt gezollt wird. Eine Ergänzung dazu bietet seit einem halben Jahr das Anne Frank Zentrum mit seiner Dauerausstellung und seinem Programm zur interkulturellen Jugendarbeit. Gleichzeitig agiert hier die kreative Szene der Stadt. Eine solche Kombination existiert nirgendwo sonst. Ebenso einzigartig sind die daraus resultierenden synergetischen Effekte.

7. Was soll verhindert werden?
Durch die Zwangsversteigerung und den möglichen Erwerb durch einen rein kommerziell interessierten Investor ist der Fortbestand des Projektes gefährdet. Der Verein will verhindern, dass das Haus »weggekauft« wird. Statt dessen will der Verein das Haus selbst kaufen.

8. Was soll erreicht werden?
Der Fortbestand der gegenwärtigen Nutzungsform soll gesichert werden. Zu diesem Zweck hat der Verein Maßnahmen eingeleitet, das Haus selbst zu kaufen. Mit der Kampagne »Für die Zukunft sehe ich Schwarzenberg!« schafft der Verein Öffentlichkeit und sammelt Spenden.

Das Finanzierungsmodell stützt sich auf drei Säulen:

  1. eigene Mittel (die durch Spenden aufgestockt werden)
  2. Kredite, die in geringem Umfang aufgenommen werden sollen, und für deren Sicherheit die Eigenmittel bzw. das Haus geboten werden
  3. Zuwendungen aus Fonds, die zur Förderung kultureller Einrichtungen bereits existieren

9. Wer sind die Eigentümer des Grundstücks? Weshalb kommt es zu einer Zwangsersteigerung?
Eigentümer ist eine Erbengemeinschaft, der das Grundstück vor einigen Jahren rückübertragen wurde. Die Erbengemeinschaft besteht aus 30 Personen, die verstreut in aller Welt leben.

Innerhalb der Erbengemeinschaft konnte kein Konsens über die Verwendung des Hauses erzielt werden. Auf Betreiben einiger Mitglieder der Erbengemeinschaft wurde durch das zuständige Amtsgericht eine Zwangsversteigerung verfügt.

Das vom Amtsgericht erstellte Verkehrswertgutachten beziffert den Verkehrswert des Hauses mit 3,4 Millionen Euro.

Sowohl der Bund als auch das Land haben sich in unterschiedlichen Zusammenhängen positiv über das Haus Schwarzenberg und die Maßnahmen zum Erhalt des Projekts geäußert.

Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte hat sich parteiübergreifend einstimmig für den Erhalt des Hauses und eine Nutzung in der jetzigen Form ausgesprochen und das Bezirksamt angewiesen, diese Bemühungen in der Öffentlichkeit zu unterstützen.

10. Was sind die Pläne für eine Sanierung? Weshalb soll die Fassade erhalten bleiben?
Das Haus soll aufgrund seiner historischen Bedeutung als Architekturdenkmal und Ort veranschaulichter Zeitgeschichte erhalten werden. Die Fassade soll dabei weitestgehend in ihrer jetzigen Form konserviert werden.

Das Haus ist ein Ort der Zeitgeschichte. Es ist auch ein Ort der Unangepassten, der Eigenverantwortung, Zivilcourage und im weiteren Sinne auch der Selbstverwaltung, – einerseits exemplarisch verkörpert durch Otto Weidt und seine Arbeit während der Zeit des Nationalsozialismus, andererseits durch die Kultur-Arbeit des Schwarzenberg e.V. innerhalb der gentrifizierten Umgebung am Hackeschen Markt.

Das Haus ist das einzige erhaltene Gebäude in der Spandauer Vorstadt, das noch Spuren der 30/40er-Jahre aufweist, darüber hinaus die Verfallsituation und aber auch die Konservierung der Gebäudestrukturen in der DDR, sowie die Spuren aus der Nachwendezeit in den 90ern.

Das Gebäude ist als Träger kulturhistorischer Information präsent, ein Bilderbuch der Geschichte der Spandauer Vorstadt und als Einzelgebäude auch bereits denkmalgeschützt. So ist der Gegenwart ein hochverdichtetes Beispiel von Kultur und Architektur, von Mensch und Raum erhalten geblieben.

Die Revitalisierung der Anlage nach Verwahrlosung hat der aktuellen Mischnutzung vollständige Betriebsamkeit und professionelle Hauswirtschaft garantiert. So sind auch in dieser Etappe alle Spuren der Vergangenheit – vor allem an den Fassaden – einsehbar wie ein offenes Buch. Ein Reichtum an Motiven ist vorhanden. Die Fassaden haben eine Textur, die in die Tiefe der Geschichte reicht.

Geplante Maßnahmen zum pfleglichen Umgang mit Gebäudesubstanz und den Außenanlagen, die die vorhandene Nutzung begleiten und unterstützen:

  1. infrastrukturelle Ordnung (punktuelle Bauwerkinstandsetzung, Dachhäute, Wasserführung, Kabelstraßen)
  2. technologische Optimierung (Elektrik, Wärme, Energie)
  3. Fassadengestaltung:
    1. Reinigung der Außenfassaden im Hochdruckverfahren/mechanisches Bürsten
    2. Stabilisierung der Putzflächen
    3. Überzug mit einem witterungsbeständigen, kristallinen Film (»transparentes Kleid«)

11. Fazit
Wir wissen alle, dass der Markt ein klägliches Instrument einer effizienten Bereitstellung von Ressourcen in der Kulturproduktion ist.

Die Nutzenbestandteile von Kulturproduktion kommen in der Preisbildung nicht zum Ausdruck. Kostendeckende Preise im Kulturangebot würden schnell dazu führen, dass die Nachfrage nach Kultur unter ein gesellschaftlich wünscheswertes Niveau fiele.

Auch wir möchten das nicht. Wir möchten unsere Arbeit hier an diesem Ort weiterführen. Wir möchten, dass die Arbeit, die wir bereits geleistet haben, nicht vergebens gewesen ist.

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